Rencontre entre la conseillère spéciale du ministre de l'Education nationale et l'ORTEJ https://t.co/WwzXvEwbgI
8/08 à 10:12  - Rafraichir - Répondre

Les thématiques de l’ORTEJ

  • Conciliation des temps de vie

    Comment concilier les temps de vie des enfants, des familles, des professionnels de l’éducation en visant le bien-être de tous et le développement optimal des enfants ?

    Éducation et développement de l’enfant

    Quels sont les dispositifs éducatifs et les initiatives les plus adaptées à la prise en compte des rythmes biologiques et psychologiques dans le développement de l’enfant ?

    Chronobiologie et chronopsychologie

    Comment les rythmes biologiques, psychologiques et sociaux influent sur l’action éducative ?
    Quelles sont les concepts, théories et travaux scientifiques sur les rythmes touchant d’autres enjeux ou populations et pouvant éclairer cette problématique ?

de Zeitverwendung am verlängerten Schultag

Wie gestaltet sich Ganztagsschule in Deutschland ?

Par Birgit RIEDEL

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Birgit Riedel

Ganztagsschule nur ein Aspekt der Verlängerung des Schultags. Durch Verkürzung auf G8 hat sich die tägliche Unterrichtszeit ebenfalls verlängert. Hinzu kommt dass auch Halbtagsschulen zusätzliche Angebote machen, um ein attraktives Schulprofil zu gestalten (Wettbewerbselement). Konzentriere mich im Folgenden auf Ganztagsschule und Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG). Empirische Vermessung der Ganztagsschullandschaft, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Deutschland deutlich zu machen.

56% der Schulen im Primar- und Sekundarbereich I haben einen Ganztagsbetrieb, bei erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern. Dabei muss zwischen verschiedenen Organisationsmodellen unterschieden werden (s. Grafik). In den meisten Schulen ist die Teilnahme am Ganztag freiwillig. Je nachdem, welche Betreuungskapazitäten in den Schulen geschaffen werden und welcher Anteil der Schüler sich für eine Teilnahme entscheidet, variiert der Anteil der Ganztagsschüler an den Schulen. Bezogen auf alle Schülerinnen und Schüler und alle Schularten nimmt heute etwa jeder dritte/jede dritte Schülerin am Ganztagsangebot teil.

In welchem zeitlichen Umfang wird die Ganztagsschule genutzt? Die Teilnahme am Ganztag variiert, sie kann auch nur an einzelnen Tagen erfolgen. Insgesamt nutzt ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler heute Ganztagsangebote. In der Praxis kann das sehr unterschiedliche Nutzungsmuster beinhalten. So hat die StEG-Schülerbefragung gezeigt, dass die Intensität der Ganztagsschulnutzung mit dem Alter deutlich abnimmt. In Grundschulen sind 80% der Schülerinnen und Schüler, die am Ganztag teilnehmen, an drei oder mehr Tagen nachmittags in der Schule, 60% sogar an allen fünf Wochentagen. In der Sekundarstufe I nutzen hingegen 40% der Schüler, die am Ganztagsangebot ihrer Schule teilnehmen, dieses nur an einem Tag in der Woche; 36% nehmen mindestens an 3 Tagen pro Woche teil und weniger als 10% an allen Wochentagen. (Zahlen können sich etwas geändert haben). Unscharfe Grenze zu Halbtagschulen, die auch zusätzliche Angebote, AGs, Hausaufgabenbetreuung etc. durchführen.

Welche Angebote realisieren die Schulen über den Unterricht hinaus?
Zu den konstitutiven Gestaltungselementen von Ganztagsschule lassen sich generell Angebote zählen wie: Erweiterte Lernangebote, Neigungskurse und AGs, Spiel- und freizeitorientierte Angebote, lernunterstützende Förderangebote, spezielle Lernarrangements oder Projekte für soziales Lernen und politisches oder soziales Engagement.
Spitzenreiter in der Praxis sind Sport, musisch-künstlerische Angebote und Hausaufgabenbetreuung. Darüber hinaus gibt es je nach Alter und Schulart unterschiedliche Profile, bspw. bei den Primarschulen einen Schwerpunkt bei Spiel- und Erholungsangeboten bzw. beaufsichtigter Freizeit. Schulen des Sekundarbereichs haben generell ein breiteres Angebotsspektrum, vor allem bei fachbezogenen und fächerübergreifenden Angeboten.

Öffnung von Schule als wichtiges Motiv. Wichtigste Kooperationspartner sind Sportvereine/Sportschulen; Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Hort; Jugendzentrum); und Musikvereine/Musikschulen. Seltener finden sich Kooperationen mit Betrieben; Arbeitsagentur; Bibliotheken; oder Kirchengemeinden.

Werden die Möglichkeiten zu einer zeitlichen Neustrukturierung des Schultags in Ganztagsschule genutzt, und wie werden sie genutzt?
Grundsätzlich eher additives Modell, was mit den geringen Anteil an gebundenen Ganztagsschulen einhergeht. Allerdings werden an verschiedenen Punkten herkömmliche Zeitstrukturen aufgebrochen. Innerhalb des erweiterten zeitlichen Rahmens wird der Tagesablauf an Ganztagsschulen je nach Schulart unterschiedlich organisiert. Während jeweils ca. 60% der Ganztagsgrundschulen den 45-Minuten-Rhythmus durch einen offenen Anfang, größere Zeitblöcke sowie Gelegenheiten zum Selbstlernen flexibilisieren, ist an den weiterführenden Schulen mit 80% die Ausdehnung der Unterrichtsstunden auf den Nachmittag vorherrschend (G8-Effekt). Umgekehrt bedeutet das nicht, dass sich auch die außerunterrichtlichen Angebote über den
ganzen Tag erstrecken – also das, was man am ehesten als Rhythmisierung bezeichnen könnte. Flexibilisierung/ Rhythmisierung ist am häufigsten in gebundenen Ganztagsschulen, aber auch dort nicht die Regel.

Wie sehen Kinder und Jugendliche Ganztagsschule?

  • Scholarisierung, Verdichtung von Schule, Stresserleben und geringe Schulfreude sind kein Spezifikum von Ganztagsschule.
  • Studien zeigen eher Akzeptanz und Bedeutung als Ort sozialer Gemeinschaft. Jugendliche bewerten Qualität und Nutzen kritischer
  • Unterschiedliche Bedürfnisse von Mädchen und Jungen
  • Ganztagsschulen bieten kaum Rückzugsmöglichkeiten und unkontrollierte Freiräume.
  • Zeitautonomie und Freiwilligkeit der Teilnahme gewinnen mit dem Alter an Bedeutung. Kinder und Jugendliche unterscheiden zwischen freier Zeit in der Schule und „richtiger“ Freizeit.
  • Beteiligungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten sind Kindern wichtig

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