Rencontre entre la conseillère spéciale du ministre de l'Education nationale et l'ORTEJ https://t.co/WwzXvEwbgI
8/08 à 10:12  - Rafraichir - Répondre

Les thématiques de l’ORTEJ

  • Conciliation des temps de vie

    Comment concilier les temps de vie des enfants, des familles, des professionnels de l’éducation en visant le bien-être de tous et le développement optimal des enfants ?

    Éducation et développement de l’enfant

    Quels sont les dispositifs éducatifs et les initiatives les plus adaptées à la prise en compte des rythmes biologiques et psychologiques dans le développement de l’enfant ?

    Chronobiologie et chronopsychologie

    Comment les rythmes biologiques, psychologiques et sociaux influent sur l’action éducative ?
    Quelles sont les concepts, théories et travaux scientifiques sur les rythmes touchant d’autres enjeux ou populations et pouvant éclairer cette problématique ?

de Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen im Primarbereich

Die Ganztagsschule ist in NRW angekommen

Par Birgit SCHRÖDER, Herbert BOSSHAMMER

Mehr Zeit für Lernen und Entwicklung soll in der Ganztagsschule [1] eine verbesserte schulische und persönliche Förderung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Diese Zielsetzung basiert auf unterschiedlichen sozialpolitischen und schulpädagogischen Motiven, zu denen u.a. gehören:

  • Ganztagsschulen sollen verlässlicher Bestandteil einer sozialen Infrastruktur werden, weil der Bedarf an erzieherischer Versorgung von Kindern und an Betreuungsangeboten in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.
  • Ganztagsschulen sollen eine bessere soziale Integration und Entwicklung von jungen Menschen ermöglichen. Gewandelte Bedingungen des Aufwachsens außerhalb der Schule, veränderte Familienstrukturen und Erziehungsstile sowie im Wandel begriffene Lebenskompetenzen bedeuten für die Schule, eine Familien ergänzende und unterstützende erzieherische Funktion einzunehmen.
  • Mehr Zeit und Raum in Ganztagsschulen sollen die Intensität von individueller Förderung und die Entwicklung von schulischen Lernkulturen verbessern. Ganztägige Schulen bieten durch ihre Rahmenbedingungen prinzipiell eine intensivere Beschäftigung mit dem Einzelnen bzw. mit Gruppen und mit ihren Lern- und Lebensbedingungen als Ausgangspunkt ihrer Entwicklungen. Ganztagsschulen können auf diese Weise nicht nur kompensatorisch, sondern auch eher präventiv wirken.
  • Ganztagsschulen sollen schließlich veränderten Bildungsanforderungen gerecht werden. Ein breites Bildungsverständnis, das sowohl die Aneignung von Wissen und die Ausbildung von Fähigkeiten, als auch reflexive und soziale Kompetenzen meint, entspricht den erhöhten bildungsbezogenen Anforderungen und Bewältigungsherausforderungen junger Menschen.

Schulen, die sich zur Ganztagsschule entwickeln wollen, erwarten also viele neue Aufgaben: Zusätzlich zur pädagogischen Arbeit im Zusammenhang mit Bildung und Förderung gibt es darüber hinaus vielfältige Anforderungen im Rahmen der Betreuung, der Verpflegung oder bei der Verfügbarkeit von Räumlichkeiten und geeignetem Personal. Jede Schule muss ihre eigenen Konzepte hierfür entwickeln. Für diese neuen Aufgaben stehen den Schulen auch Partner zur Seite, insbesondere Jugendhilfe, Kultur und Sport sowie weitere Verbände und Institutionen, die alle ihre jeweilige Professionalität in die gemeinsame Arbeit einbringen.

Das gemeinsame Bild vom Kind und ein ganzheitliches Bildungsverständnis ermöglicht Ganztagsschulen und den am Bildungs- und Erziehungsauftrag mitwirkenden außerschulischen Partnern ein pädagogisches Konzept, das zwar die Unterschiedlichkeit des Auftrags und der pädagogischen Grundsätze berücksichtigt, dennoch aber neue Wege der gemeinsamen Bildungsförderung eröffnet.
Dabei findet eine Orientierung statt an den von der UNESCO definierten vier Dimensionen des Lernens, die eine Schlüsselfunktion für die Bildung nachhaltiger Entwicklung haben. Diese vier Dimensionen umfassen auch die in den aktuellen schulischen Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW beschriebenen übergreifenden prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen. Diese sind:

  • Lernen, Wissen zu erwerben: Eine ausreichend breite Allgemeinbildung ist das Fundament lebenslangen Lernens und muss mit der Möglichkeit verknüpft werden, vertiefende Kenntnisse in ausgewählten Fächern zu erwerben.
  • Lernen, zu handeln: Dies meint die Kompetenz, mit unterschiedlichen, häufig unvorhersehbaren Situationen fertig zu werden und die Fähigkeit zur Teamarbeit.
  • Lernen, mit anderen zu leben: Es gilt Verständnis für die Mitmenschen, für ihre Geschichte, Traditionen und geistigen Werte sowie interkulturelles und generationen-übergreifendes Verständnis zu entwickeln, um Konflikte gemeinsam friedlich zu lösen.
  • Lernen für das Leben: Urteilsvermögen, Eigenständigkeit und persönliche Verantwortung werden entwickelt; keines der Talente, die in jedem Menschen wie ein verborgener Reichtum schlummern, darf ungenutzt bleiben.

Vorrangige Aufgaben der Ganztagsschule sind:

  • die umfassende und individuelle Bildungsförderung aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem sozialen und kulturellem Hintergrund,
  • die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit von Schule, außerschulischen Trägern und Partnern und Kommunen,
  • die Stärkung und Unterstützung der Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung und der Erfüllung ihrer erzieherischen Aufgaben,
  • die Förderung des sozialen Lernens durch Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Partizipation der Kinder und Jugendlichen,
  • die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • die Stärkung der Kommunen als attraktive Bildungsstandorte.

Zu den pädagogischen Leitzielen von Ganztagsschulen gehören:

  1. Intensivierung von Förderung, Optimierung von Lernchancen und Entwicklung von Talenten und Stärken bei allen Schüler(inne)n und Lernhilfen vor allem bei Lernschwächeren;
  2. Entwicklung einer Lernkultur zugunsten variabler Lehr-Lern-Formen und einer Differenzierung von Lernarrangements in Unterricht und Schulleben;
  3. Vielfältiges Wahlangebot von erweiterten Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten im Schulleben in Form von Projekten, Arbeitsgemeinschaften und Kursen zur Entdeckung von Lernpotenzialen und Begabungen und Berücksichtigung von Schülerinteressen;
  4. Freizeitbereich mit offenen und selbstbestimmten Formen von Erholung, Spiel und Bewegung und gebundenen Neigungsangeboten als Anregung zum selbständigen Gebrauch von freier Zeit und Mediennutzung;
  5. Entwicklung von Gemeinschaftserlebnissen mit Gelegenheiten und Erfahrungen für soziales und interkulturelles Lernen zugunsten einer stärkeren Identifikation mit der Schule, des Erwerbs sozialer Kompetenzen und verbesserter Sozialbeziehungen;
  6. Praxis von Partizipation und Demokratielernen im Schulleben als Feld für Schüler- und Elternmitwirkung, Übernahme sozialer Verantwortung, Entwicklung von moralisch-kognitiver Urteilsfähigkeit und demokratischer Gestaltungskompetenz. Die Schule soll ein Haus des Lernens und des Lebens werden, das formelles und informelles Lernen in einem kohärenten Gesamtkonzept von Bildung, Erziehung und Betreuung verknüpft. Dabei bedarf es einer gemeinsamen Willens- und Organisationsanstrengung aller Betroffenen und Beteiligten, d.h. der Zusammenarbeit der staatlichen, der kommunalen, der privaten und der bürgerschaftlichen Akteure. Ganztag ist in diesem Sinne ein wesentlicher Baustein einer zukunftsfähigen Entwicklung gleichermaßen von Schulen und außerschulischen Einrichtungen in einer kommunalen Bildungslandschaft.

Die Entwicklung in NRW

Mit der Einführung an 235 Grundschulen startete zu Beginn des Schuljahres 2003/04 der Ausbau der offenen Ganztagsschulen im Primarbereich in NRW (vgl. RdErl MSJK 2004 a). Perspektivisch sollte bis 2007 an zwei Dritteln der Grundschulen mindestens 25% der Schülerinnen und Schüler ein OGS-Platz zur Verfügung gestellt werden. Die Landesregierung verband damit drei wichtige Ziele,

  • die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern grundschulpflichtiger Kinder,
  • die Verbesserung der Bildungsqualität bei gleichzeitiger Erhöhung der Chancengleichheit und
  • die Schaffung eines integrierten Ganztagsangebot ‚unter einem Dach‘.
  • Der Ganztag ist somit ein wichtiger Bestandteil der präventiven Bildungspolitik der Landesregierung in NRW.

Die OGS ist ein freiwilliges Angebot an Eltern. Das bedeutet, dass nicht alle Kinder einer Schule im Primarbereich in der Ganztagsschule angemeldet werden, es gibt Halbtags- und Ganztagsschüler/innen. Einige Schulen entwickeln sich zur ‚OGS für alle‘, in der fast alle Kinder am Ganztag teilnehmen. Manche Kommunen erreichen eine Teilnahmequote von bis zu 100%.

Als Nordrhein-Westfalen die OGS im Primarbereich einführte, betrachteten manche diese neue Form der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe noch skeptisch. Zehn Jahre später besuchen rund 243.000 Kinder eine OGS im Primarbereich, das sind fast 40% der Kinder. Heute gibt es fast niemanden, der den weiteren Ausbau des Ganztags in Frage stellt. Die teilweise doch recht heftigen Debatten um den Ganztag gehören der Vergangenheit an. Heute debattiert man kaum noch das Ob, wohl aber das Wie. Ganztag ist heute selbstverständliches Element einer neuen Kultur des Aufwachsens (vgl. 11. Kinder- und Jugendbericht des Bundes); „Bildung ist mehr als Schule“ (Bundesjugendkuratorium 2002). Dabei hat sich die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe zur zentralen Grundlage des Ganztags im Primarbereich entwickelt. Manche sprechen heute von Ganztagsbildung als Grundlage eines Schule, Jugendhilfe, Kultur und Sport gleichermaßen umfassenden Gesamtkonzepts.

Finanzen

In der OGS leistet das Land Zuschüsse zu den Kosten der Ganztagsangebote und setzt durch Richtlinien in Schule und Jugendhilfe Rahmenbedingungen. Vor Ort planen und gestalten Schule, Jugendhilfe und Kommune selbstständig und eigenverantwortlich die konkreten Angebote.

Kommunaler Anteil zur Finanzierung der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich: In vielen Kommunen entwickelt sich der Ganztag zu einem wichtigen Bestandteil einer abzustimmenden kommunalen Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung (kommunale Bildungsplanung) gemäß Schulgesetz und Jugendhilfegesetzgebung sowie von regionalen Bildungsnetzwerken bzw. von Qualitätszirkeln.

Elternbeiträge zur offenen Ganztagsschule

Trägermodell

Die nordrhein-westfälische Ganztagsschule unterscheidet sich von Modellen anderer Länder durch die gemeinsame Verantwortung von Schule und Jugendhilfe. Schule und Träger behalten gleichermaßen ihre Eigenständigkeit. In der Regel hat ein freier Träger die Generalverantwortung für das gesamte außerunterrichtliche Angebot. Der Abschluss eines schriftlichen Kooperationsvertrages zwischen dem Schulträger und dem Träger der außerunterrichtlichen Angebote unter Beteiligung der Schulleitung sorgt für verbindliche und verlässliche Regelungen, auch bei Konflikten.

Die Schulen wählen ihren Kooperationspartner aus der vorhandenen Trägerstruktur selbständig aus. Hierfür ist ein Beschluss der Schulkonferenz erforderlich.

Die in der OGS tätigen außerschulischen Träger sind in der Regel anerkannte Träger der freien Jugendhilfe. Sie beteiligen andere Träger wie z.B. Musikschulen und
Sportvereine.

Kooperation

Die OGS im Primarbereich in NRW ist ein kooperatives Modell, an dem sich das Land, die Kommunen, die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe, die Organisationen des Sport und der Kultur sowie weitere außerschulische Partner beteiligen. In den offenen Ganztagsschulen soll eine Lernkultur entwickelt werden, die die Schüler/innen in ihren Begabungen und Fähigkeiten unterstützt, fördert und fordert.

Die Finanzierungsinstrumente des Landes sind so ausgelegt, dass auf der einen Seite zusätzliche Lehrkräfte für den Ganztag eingestellt werden können, auf der anderen Seite für die Finanzierung der Fachkräfte außerschulischer Partner Mittel zur Verfügung stehen.

Darum besteht das Angebot der OGS in der Zusammenarbeit von Lehrer(inne)n mit z.B. Erzieher(inne)n, Sozialpädagog(inn)en, Musikschullehrer(inne)n, Übungsleiter(inne)n oder anderen pädagogischen Professionen. Es begegnen sich in der OGS also Systeme mit unterschiedlichen Ansätzen, Zielen, Strukturen, Funktionen und Kompetenzen. Kooperation wird so zu einem integralen Bestandteil der OGS, das Gelingen der programmatischen Ziele hat die Kooperation zur Voraussetzung.

Lehrkräfte und außerunterrichtliches pädagogisches Personal im offenen Ganztag sorgen für eine inhaltliche Verbindung des Unterrichts mit dem offenen Ganztagsangebot. Die Gesamtverantwortung für die außerunterrichtlichen Angebote im Rahmen des offenen Ganztags kann dabei sowohl auf Seiten der Schule als auch auf Seiten des Trägers der Jugendhilfe angesiedelt werden. Das Personal der außerunterrichtlichen Angebote kann beratend in Lehrerkonferenzen einbezogen werden. Die Aufgabe der Schulleitungen besteht u.a. darin, einen regelmäßigen, fachgerechten Austausch zwischen den Lehrkräften und den Mitarbeitern der außerschulischen Kooperationspartner zu sichern, mit dem Ziel der Verknüpfung von Vor- und Nachmittag.

Die Kooperation zwischen den an der OGS beteiligten Partnern basiert dabei auf einer gemeinsamen Konzeptentwicklung sowie verbindlichen Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Schulträger, der Schule und den außerschulischen Partnern. Die Erfahrungen der außerschulischen Partner mit der Gestaltung von Bildungs- und Erziehungsangeboten für Kinder- und Jugendliche können in der OGS als wertvolle Ressource genutzt werden und durch eine gleichwertige und gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen zum Tragen kommen.

Besondere Aufmerksamkeit genießen dabei auch innovative Formen der erzieherischen Förderung unterhalb der Schwelle der Hilfen zur Erziehung.
Aber letztlich wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen, wenn sich nicht gleichermaßen Land, Kommunen und die freien zivilgesellschaftlichen Träger aus Jugendhilfe, Kultur und Sport auf einen gemeinsamen Weg verständigt hätten, auf dem nicht nur Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung, sondern auch Sozialplanung sowie Kultur- und Sportentwicklungsplanung einbezogen werden.

Die OGS-Angebote können auch außerhalb des jeweiligen Schulstandortes und Kooperationspartner übergreifend durchgeführt werden.

Ganztagsschulen entwickeln Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen Schule und Elternhaus. Eltern können in eigenen Gremien für den Ganztag einbezogen werden.

Multiprofessionelle Teams

Für alle beteiligten Lehr- und Fachkräfte, auch für die Leitungskräfte, ergeben sich neue Verantwortungsbereiche. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht nicht mehr allein der schulische Lernstoff, sondern das Kind. Kinder und Jugendliche lernen heute – so sagen manche Studien – über 70% dessen, was sie lernen, außerhalb der Schule. Daher muss sich Schule schon zwangsläufig auf informelle und nicht-formale Lernsituationen einstellen, die ihr früher fremd erschienen.

Ganztagsschulen orientieren sich an den Persönlichkeiten der Kinder in all ihren familiären, kulturellen, sozialen und sozialräumlichen Verknüpfungen. Dies gilt beispielsweise auch im Hinblick auf Kinderarmut und Kinderschutz. Auf der anderen Seite besteht eine zentrale Aufgabe des Ganztags darin, Kindern und Jugendlichen Anregungen zu vermitteln, die sie in ihrem familiären Umfeld nicht erhalten können.

Wissenschaftliche Begleitung

In einer Begleitstudie zur Einführung, Zielsetzungen und Umsetzungsprozessen der Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen wurden erste Entwicklungen aufgezeigt und deren Ergebnisse werden im Folgenden dargestellt:

So waren 2004 im zweiten Schulhalbjahr in den 24 untersuchten Schulen 21% der Schülerinnen und Schüler für den Nachmittagsbereich angemeldet. Die Umsetzung des Ganztagsbetriebes erfolgte in allen befragten Schulen additiv; Freizeitangebote und Hausaufgabenbetreuung wurden nachmittags, Unterrichtsangebote weiterhin vormittags angesiedelt.

Durch die Kooperation mit Kinder- und Jugendhilfeträgern sowie weiteren außerschulischen Partnern kamen in der OGS unterschiedliche Professionen wie Lehr- und pädagogische Fachkräfte, Fachkräfte anderer Disziplinen, Ehrenamtliche oder Honorarkräfte zusammen, um gemeinsam den ganzen Tag für die Kinder zu gestalten. Die Kooperation in diesem multiprofessionellen Team wurde von allen Beteiligten als die größte Herausforderung gesehen. Darüber hinaus stellten knappe zeitliche und unterschiedliche finanzielle Ressourcen ebenso wie Nutzungsmöglichkeiten der Räume Herausforderungen bei der Gestaltung der OGS dar.

Eine gute finanzielle, räumliche und personelle Ausstattung und ein gutes Konzept wurden als Gelingensfaktoren betrachtet. Als ebenso wichtig erachteten die Befragten eine gute Kooperation auf unterschiedlichen Ebenen, eine starke Schulleitung, ein aufgeschlossenes Kollegium, engagierte pädagogische Fachkräfte und nicht zuletzt die Einbindung von Eltern und Kindern.

Eltern wie Lehr- und Fachkräfte nahmen wahr, dass die Kinder eine positivere Einstellung zur Schule entwickelten und ihr Sozialverhalten sich verbesserte. Auch schien die längere Verweildauer in der Schule den Kindern mehr Sicherheit und Orientierung zu bieten sowie ihre Selbständigkeit zu fördern. Darüber hinaus stellten die Befragten fest, dass die OGS ein breiteres Spektrum bietet, um die eigenen Stärken und Kompetenzen zu erfahren. Hilfreich wurde zudem die Hausaufgabenbetreuung bewertet.

Nordrhein-Westfalen leistet mit dem ‚Bildungsbericht Ganztagsschule‘ seit 2010 eine regelmäßige Berichterstattung. Das Team der Wissenschaftlerinnen arbeitet eng mit den Teams der bundesweiten ‚Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen‘ (StEG) und den wissenschaftlichen Begleitungen anderer Bundesländer zum Ganztag zusammen. Belegbar ist, dass die möglichst regelmäßige Teilnahme der Kinder und Jugendlichen das Erreichen der Ziele des Ganztags fördert, heterogene Lerngruppen im Ganztag Akzeptanz und Qualität positiv beeinflussen, eine gute Rhythmisierung des Ganztags aus der Sicht des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen den größten Erfolg verspricht, Ganztagsschulen vor allem dann erfolgreich sind, wenn Schule und außerschulische Träger verlässlich kooperieren, die Weiterentwicklung von Hausaufgaben zu Schulaufgaben schulische Lernleistungen ebenso wie außerschulische Aktivitäten befördert.

Herausforderungen/Grenzen

Anlage Städte- und Gemeindebund

Resumée

Mittlerweile sind rund 90% der Grundschulen in NRW OGS und fast 40% der Schülerinnen und Schüler sind Ganztagskinder [2]. Das Ziel eines integrierten Ganztagsangebotes unter einem Dach kann also als erreicht betrachtet werden.
Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird durch die OGS gestärkt. So betrachtet ein Großteil der Eltern das Ganztagsangebot als wichtigen Faktor, um berufstätig sein zu können [3].

Bei der Kooperation der unterschiedlichen Professionen zeigt sich, dass zwar eine regelmäßige Zusammenarbeit als wichtig eingestuft wird und in vielerlei Hinsicht gelingt, gleichzeitig aber die Möglichkeiten inhaltlicher Verzahnungen zwischen unterrichtlichen- und außerunterrichtlichen Angeboten noch selten genutzt werden. Hier besteht also weiterhin Entwicklungsbedarf.

Die Rhythmisierung läuft in der OGS eher schleppend an: Nur 27% der befragten Schulen geben an, Unterrichtsstunden über den ganzen Tag zu verteilen. Der überwiegende Teil behält also das additive System bei, was sicher auch dem Umstand geschuldet ist, dass nicht alle Grundschulkinder an den außerunterrichtlichen Angeboten teilnehmen.

Der Einfluss der OGS auf die Kinder wird überwiegend positiv bewertet. Eltern wie Fachkräfte bestätigen den Eindruck von 2003, dass der Besuch einer OGS bei den Kindern zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein und mehr Selbstständigkeit führt und soziale Fähigkeiten fördert. Auch profitieren die Kinder von der Vielzahl der Freizeitangebote.

Die aktuellen Befunde zeigen, dass die offene Ganztagschule im Primarbereich in NRW in vielerlei Hinsicht angekommen ist: Sowohl in quantitativer Hinsicht als auch im Hinblick auf die gesellschaftliche Akzeptanz. Inhaltliche Herausforderungen wie die Verbesserung der individuellen Förderung und Chancengerechtigkeit sind geblieben und weitere werden hinzukommen, wie die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarf.

Der quantitative und qualitative Ausbau des Ganztags in Nordrhein-Westfalen hat sich zu einem attraktiven und umfassenden örtlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot entwickelt. Es orientiert sich an dem jeweiligen Bedarf der Kinder und Jugendlichen sowie der Eltern und ist heute ein Anliegen aller gesellschaftlichen Gruppen. Dies spiegelt sich auch in dem aktuellen Ausbaustand in Nordrhein-Westfalen wider.

Der Erfolg des Ganztags in Nordrhein-Westfalen beruht dabei auf dem Engagement einer Verantwortungsgemeinschaft von Land, Kommunen und Zivilgesellschaft, insbesondere von außerschulischen Trägern aus Jugendhilfe, Kultur und Sport. Zentrale Grundlage für die Konzeption und die Umsetzung des Ganztags ist die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, Kultur und Sport, Wirtschaft und Handwerk etc. sowie die Beteiligung von Eltern, Kindern und Jugendlichen. In der Ganztagsschule arbeiten verschiedene Berufsgruppen aus diesen Bereichen in multiprofessionellen Teams zusammen. Kristallisationspunkt der Ganztagsentwicklung ist die selbstständige, eigenverantwortliche und für das sozialräumliche Umfeld und außerschulische Partner offene Schule. Die Ganztagsschulentwicklung intensiviert dabei auch die Wahrnehmung der pädagogischen Gesamtverantwortung aller Beteiligten, auch der Eltern.

Anmerkungen

[1Die in Nordrhein-Westfalen gültigen Begriffe unterscheiden sich teilweise von den Begriffen der Kultusministerkonferenz. Die KMK unterscheidet gebundene, teilgebundene und offene Ganztagsschulen.
Der Begriff der gebundenen Ganztagsschule wird von der KMK und von Nordrhein-Westfalen identisch verwendet, die beiden anderen Begriffe der KMK jedoch nicht.
Nach KMK-Definition wären offene Ganztagsschulen im Primarbereich teilgebundene Ganztagsschulen, weil zwar nicht alle Schülerinnen und Schüler einer Schüler verpflichtend am Ganztag teilnehmen, wohl aber die Schülerinnen und Schüler, die sich zum Ganztag angemeldet haben. Die KMK-Definition der offenen Ganztagsschule entspricht der nordrhein-westfälischen Definition der außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangebote (§ 9 Abs. 2 SchulG).
Teilgebundene Ganztagsschulen im Sinne der KMK-Definition gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht. Es gibt einige wenige ältere Ganztagsschulen, die aus welchen Gründen auch immer den gebundenen Ganztag nur für einen Teil ihrer Schülerinnen und Schüler anbieten. Sie werden in Nordrhein-Westfalen als gebundene Ganztagsschulen gezählt, haben aber Bestandschutz. Neue Schulen dieser Art werden in Nordrhein-Westfalen nicht eingerichtet.

[2vgl. Statistiktelegramm 2012/2013 des MSW NRW

[3BiGa-Berichterstattung 2011

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